Sie sind hier:

Polarbären

Polarfuchs

Walrosse

Moschusochsen

Wale

Beluga

Narwal

Vögel

Pflanzen

Menschen

Arktische Region

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Warum PolarNEWS

PolarNEWS lesen

Impressum

Kontakt

Reisekatalog 2018/19 bestellen

Reisekatalog 2018/19 lesen


Grösse: 3,0 bis max. 5,0 Meter
(ohne Stosszahn)
Gewicht: Weibchen bis 1'000 kg, Männchen bis 1'500 kg
Lebenserwartung: 30 – 40 Jahre

Aus PolarNEWS 8 -
Einhörner des Meeres [173 KB]


Merkmale und Eigenschaften
Die Grundfarbe des Narwals ist ein sehr helles Braun bis Weiss. Der Kopf und Nacken sowie der Rücken sind dunkel, fast schwarz, ebenso die Ränder der Flipper und der Fluke. Die Seiten sind mit grauen und schwarzbraunen Flecken gesprenkelt. Ältere Tiere sind meist heller gefärbt als jüngere.
Das hervorstechende Merkmal der Männchen ist ihr Stosszahn. Es handelt sich dabei um den linken Schneidezahn des Oberkiefers, der schraubenförmig im Uhrzeigersinn gewunden die Oberlippe durchbricht und bis zu 3 Meter lang und 8 bis 10 Kilogramm schwer werden kann. Nicht selten bricht der Stosszahn ab. Er wächst dann nicht mehr nach.
Die Bedeutung des Stosszahns war lange Zeit Anlass zu teilweise recht ungewöhnlichen Mutmassungen. Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass der Zahn etwa 10 Millionen Nervenenden enthält, mit deren Hilfe vermutlich neben Wassertemperatur und -druck auch die Konzentration des Salzgehaltes und die Quantität von Beute in Abhängigkeit von der Tiefe erfassbar sind.
Gegen Kälte sind sie durch eine bis zu zehn Zentimeter dicke Speckschicht unter der Haut isoliert. Akustisch verständigen und orientieren sich die Narwale durch ihre «Gesänge», wie die von ihnen ausgesandten Schallwellen von uns Menschen empfunden werden.


Verbreitung
Narwale bewohnen den gesamten Arktischen Ozean und halten sich stets in der Nähe des Packeises auf. Am häufigsten treten die Wale rund um Grönland, in der Baffin Bay, der Hudson Bay und entlang der Küste Sibiriens auf. Im Sommer ziehen die Narwale weiter nach Norden als jedes andere Säugetier. Sie halten sich dann in den Fjorden Grönlands, vor allem im Inglefield-Fjord, in der kanadischen Arktis und rund um Spitzbergen auf. Selbst im Winter bleiben Narwale normalerweise nördlich des Polarkreises.


Lebensweise
Neben dem Menschen stellen die Schwertwale, oder Orcas wahrscheinlich den grössten Feind der Narwale dar. Sie treiben die Narwale bei der Jagd gegen die Küste und können sie so leichter erbeuten. Gelegentlich soll auch der Eisbär auf Narwale Jagd machen. Für Nordwest-Grönland wurden als Hauptnahrungsquelle im Frühjahr und Sommer der Polardorsch und der Grönlanddorsch ermittelt. Im Spätsommer und Herbst überwiegt dagegen der Anteil der Tintenfische und Krebstiere. Täglich frisst ein Narwal abhängig von der Jahreszeit etwa 45 bis 80 Kilogramm. Die Tauchendauer beträgt zirka fünfzehn Minuten.


Fortpflanzung und Entwicklung
Narwale werden im Alter von fünf bis acht Jahren geschlechtsreif; erste Schwangerschaften treten allerdings erst mit sieben bis zwölf Jahren ein. Die männlichen Narwale haben dann eine durchschnittliche Länge von etwa 3,90 Metern, die weiblichen Tiere von etwa 3,40 Metern. Die Paarungszeit liegt zwischen Ende März und Anfang Mai. Die Tiere sind offensichtlich Polygin, verpaaren sich also mit mehreren Weibchen, die sie gegen Rivalen verteidigen. Die Tragzeit dauert etwa 14 bis 15 Monate; die Geburten erfolgen dementsprechend im Sommer zwischen Mai und August. Das meist einzige Junge ist bei der Geburt etwa 150 Zentimeter lang und wiegt ca. 80 Kilogramm. Der Stosszahn bricht während des ersten Lebensjahres durch und entwickelt sich erst im Laufe mehrerer Jahre zur vollen Länge. Das Säugen erfolgt wahrscheinlich zwei Jahre lang. Die Lebensdauer der Narwale beträgt etwa vierzig Jahre.


Wirtschaftliche Bedeutung
Die Inuit Grönlands und Kanadas jagen den Narwal heute noch traditionell zu Nahrungszwecken und auch wegen des Elfenbeinstosszahns. Als Nahrung für Menschen und Hunde spielen vor allem die Innereien und das Muskelfleisch eine wichtige Rolle. Die Walhaut oder Walschwarte gilt wie beim Weisswal als Delikatesse. Der inländische Handel mit der Walhaut stellt in Grönland noch immer eine wichtige Einnahmequelle der Inuit dar. So werden im Gebiet von Thule mit traditionellen Methoden jährlich etwa 150 bis 200 Narwale erlegt. Insgesamt beträgt die Fangquote von Narwalen in Grönland und Kanada jährlich etwa 1.000 bis 1.100 Tiere. Bei einer angenommenen Gesamtpopulation von 23.000 Narwalen sind solche Fangzahlen nach Einschätzung verschiedener Experten gerade noch für das Populationswachstum tolerierbar.
Noch immer gelten Elfenbeinzähne von Narwal und Walross sowie daraus hergestellte Gegenstände als sehr wertvoll, die Jagd auf diese Tiere und der Elfenbeinhandel sind jedoch streng reglementiert.


Umweltbelastung
Wie für alle Meeressäuger stellt Umweltverschmutzung für die Narwale eine starke Bedrohung dar. Als Fischfresser nehmen sie die in ihren Beutetieren abgelagerten Giftstoffe, vor allem Schwermetalle auf und speichern sie in der Leber, den Nieren, dem Muskelgewebe und im Körperfett.

Schutzbestimmungen
Der Narwal ist international geschützt.
Zum Erhalt von Traditionen gelten für die Inuit von Kanada und Grönland besondere Regeln. So steht der Narwal in Kanada seit 1971 unter Schutz, jedoch ist eine Fangquote für Eingeborene von fünf Tieren pro Jahr und Jäger erlaubt. Seit 1978 wurde das Gesetz verschärft. Heute sind in Kanada Jungtiere sowie weibliche Tiere mit Jungtieren vollständig geschützt. In Grönland dürfen nur Einwohner Grönlands, die ausgewiesene Jäger sind, Narwale erlegen. Dabei gibt es keine Quotenregelung, regional sind jedoch die Fangmethoden reglementiert, um die Fangverluste gering zu halten. Ausserdem dürfen nicht mehr Wale getötet werden, als direkt nach der Jagd zum Heimatort des Jägers transportiert werden können. Das gesamte Fleisch muss verwertet werden.
In Norwegen dürfen Kleinwale wie der Narwal nur mit spezieller Genehmigung gefangen werden, weshalb der Narwal in Norwegen praktisch nicht gejagt wird. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion ist der Narwal vollständig geschützt. Die Einfuhr von Narwalprodukten ist in Europa und USA untersagt.