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Grösse: 3.0 bis max. 5.0 Meter
Gewicht: 400 bis max. 1’500 kg
Lebenserwartung: 30 bis 40 Jahre



Ihren Namen erhielten die Weisswale durch ihre Färbung, die sich im Laufe ihres Lebens verändert. Die neugeborenen Weisswale sind grau bis braun und erhalten nach einem Jahr eine blaugraue Färbung, die sie zirka fünf Jahre behalten. Danach werden die Tiere gänzlich weiss. Da sich die Belugas häufig an der Packeisgrenze aufhalten, ist die weisse Farbe ein guter Schutz gegen Eisbärattacken.
Die Gesamtlänge der Wale liegt zwischen drei und maximal fünf Metern bei einem Gewicht von 400 bis maximal 1.500 Kilogramm, die Männchen sind grösser und schwerer als die Weibchen. Der Körper wirkt massig. Der Kopf ist relativ kurz und trägt eine vorgewölbte Verdickung, die sich im Laufe des Lebens ausbildet. Die Schwanzflosse ist verhältnismässig breit und nimmt mit dem Alter die Form eines Ginkoblattes an. Die Augen sind sehr klein und liegen dicht hinter den Mundwinkeln. Kurz vor dem Nacken liegt das halbmondförmige Blasloch.
Wie bei allen Walen ist die Haut unbehaart und besitzt eine ziemlich dicke Oberschicht. Diese ist bei den Weisswalen zwischen 5 und 12 Zentimeter dick und liegt damit auch für Wale über dem Durchschnitt, ebenso die darunter liegenden Schichten. Das Unterhautgewebe ist zu einer Fettschicht ausgebildet, die abhängig vom Ernährungszustand, dem Geschlecht und der Jahreszeit zwischen 2 und 22 Zentimeter dick ist.
Ein wichtiges Merkmal der Weißwale sind die Zähne. Sie sind gleichmäßig kegelförmig und die vorderen Zähne sind besonders bei den Jungtieren vorn gebogen.


Verbreitung
Der Beluga ist in den meisten polaren und subpolaren Gewässern anzutreffen, vor allem an den Küsten Alaskas, Kanadas und Russlands. In Europa sind die Vorkommen ausschliesslich auf den äussersten Norden Norwegens im Bereich des Varanger Fjord, in der Barentssee, an der Halbinsel Kola sowie um die Inselgruppen Spitzbergen und Franz-Joseph Land beschränkt.
Die Einwanderung in Flüsse wird bei den Belugas sehr häufig beobachtet. So stösst man in beinahe allen sibirischen Flüssen auf Einzeltiere oder kleinere Gruppen. Dieses Einwandern steht im Zusammenhang mit den jahreszeitlichen Wanderungen der Tiere oder zur Paarung vor den Flussmündungen. Sie dienen wahrscheinlich dem Auffinden von Nahrungsgründen, Paarungsplätzen oder Kalbungsorten.


Lebensweise der Weisswale
Die Weisswale bevorzugen als Lebensraum ruhige Küstenbereiche mit mässiger Tiefe, besonders Meeresbuchten oder den Mündungsbereich grösserer Flüsse. Häufig sind sie auch im Treibeisbereich oder am Rande des Packeises zu finden.
Weisswale ernähren sich beinahe ausschliesslich von tierischer Nahrung. Dabei stellt die Zusammensetzung ihrer Nahrung unter den bislang untersuchten Walen die abwechslungsreichste dar. Insgesamt sind über hundert verschiedene Futtertiere bekannt, das Spektrum reicht von Hohltieren über Tintenfische, Muscheln, Krebstiere und Gliederwürmer bis hin zu grösseren Knochenfischen wie Dorschen und Lachsen. Die Nahrung nehmen die Wale vor allem in flachen Meerestiefen von maximal zehn Metern auf, indem sie den Boden nach Organismen absuchen, daneben können sie jedoch auch im Freiwasser jagen. Einige Forscher berichten, dass Belugas zum Fressen über 350 Meter tief tauchen können.


Fortpflanzung und Entwicklung
Die Männchen der Belugas werden mit etwa acht Jahren geschlechtsreif, die Weibchen mit etwa fünf Jahren.
Die Paarung findet in den Monaten April bis Mai, in nördlichen Gebieten auch erst im Juli im Bereich der Kalbungsgründe statt. Dabei werden Flussmündungen bevorzugt, da das dortige Wasser in der Regel bis zu zehn Grad Celsius wärmer ist. Es kann dann zu Ansammlungen von mehreren tausend Tieren aus allen Altersbereichen kommen.
Paarungsbereite Weibchen locken meist mehrere Männchen an. Die Tragzeit dauert etwa vierzehneinhalb Monate. Die Neugeborenen sind zwischen 1,40 und 1,70 Meter lang und wiegen zwischen 45 und 75 Kilogramm. Für die ersten Atemzüge werden sie von der Mutter mit der Schnauze über die Wasseroberfläche gebracht, danach bleiben sie immer in ihrer direkten Nähe, meist mit Körperkontakt. Bis zum zweiten Lebensjahres werden die Jungtiere von der Mutter gesäugt, der Fettanteil der Muttermilch beträgt ca. 23 %. Nach der Entwöhnung verpaart sich die Mutter neu, ihr Jungtier bleibt meist noch weitere zwei Jahre bei ihr.


Verhalten
Die Belugas sind ausgesprochen gesellige und soziale Tiere und leben meist in Familienverbänden oder kleinen Gruppen. Normalerweise findet man sie in kleineren Schulen von etwa zehn Individuen, es werden aber auch vereinzelt Gruppen mit mehr als hundert Tieren beobachtet. Die sich während der Paarungszeit bildenden Grossgruppen mit teilweise mehr als tausend Tieren stellen allerdings eine Ausnahmeerscheinung dar und werden während der saisonalen Zusammentreffen beobachtet. Die Kommunikation der Weisswale erfolgt über akustische Signale.


Der menschliche Einfluss
Wie die meisten Wale wird und wurde der Weisswal bejagt, die Anzahl erlegter Belugas sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Kommerziell wird der Wal nur noch im Norden Russlands gefangen, den Rest macht die Jagd durch Eingeborenenvölker aus. Diese nutzen das Fett und Fleisch für ihre Ernährung, besonders beliebt ist die Haut der Wale. Ausserdem gewinnen die Jäger Leder, Tran und Futter für ihre Schlittenhunde.
Stark eingeschränkt wurde die kommerzielle Jagd vor allem aufgrund sehr hoher Schwermetall-Konzentrationen im Fleisch und Fett der Wale. Belugas gehören zu den gefährdeten Walarten. Sie werden durch Veränderung des Lebensraums gestört, da der Mensch sich immer weiter entlang der Küsten ansiedelt. Problematisch sind zudem die zunehmenden Gewinnungsaktivitäten für Erdöl in den polaren Gewässern, die zu einer zunehmenden Störung der Tiere und einer Verschmutzung der Gewässer führen.


Belugas sind in den meissten Subpolaren Gewässern der Arktis anzutreffen.