Sie sind hier:

Polarbären

Polarfuchs

Walrosse

Moschusochsen

Wale

Vögel

Pflanzen

Menschen

Arktische Region

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Warum PolarNEWS

PolarNEWS lesen

Impressum

Kontakt

Reisekatalog 2017/18 bestellen

Reisekatalog 2017/18 lesen


Alter: 25-30 Jahre
Grösse: Männchen ca. 2,5 m / Weibchen ca. 2.0 m
Gewicht: Männchen durchschnittlich 400-500 kg / Weibchen durchschnittlich 200-300 kg

Bericht aus PolarNEWS 2 Der König der Arktis wird vergiftet [39 KB]
Bericht aus PolarNEWS 3 Lehrjahre eines Königs [210 KB]
Kurzfilm des PolarNEWS-Filmteam: Eisbärenland Spitzbergen


Merkmale
Erwachsene männliche Eisbären erreichen eine Kopfrumpflänge von 2,40 bis 2,60, gelegentlich sogar von bis zu 3,00 Metern, die Schulterhöhe beträgt bis zu 1,60 Meter, und das Gewicht schwankt zwischen 300 und 800 (durchschnittlich 420 bis 500) Kilogramm. Bei Weibchen erreicht die Kopfrumpflänge 2,00 bis maximal 2,50 Meter und das Körpergewicht zwischen 150 und 300 Kilogramm. Das Gewicht hängt wesentlich vom Ernährungszustand der Tiere ab. Im Sommer wiegen ausgehungerte Eisbären deutlich weniger als während der Zeit winterlicher Robbenjagd. Eine Rolle spielen auch regionale Grössenunterschiede, so leben die kleinsten Tiere auf Spitzbergen und die grössten in der Nähe der Beringstrasse.

Das gelblich-weisse Fell des Eisbären stellt im Eis eine ideale Tarnung dar. Das Fell ist sehr dicht, ölig und wasserabweisend, unter der Haut besitzt der Bär eine 5 bis 10 Zentimeter dicke Fettschicht. Die äusseren Fellhaare des Eisbären sind innen hohl, was zusätzlich zur dicken Fettschicht für eine hervorragende Wärmeisolation sorgt.
Ihre Vorderbeine sind lang und kräftig, und die großen Vordertatzen sind paddelförmig ausgebildet und mit Schwimmhäuten versehen, was ein schnelles Schwimmen ermöglicht.


Verbreitungsgebiet und Lebensraum
Eisbären kommen ausschliesslich in der Arktis vor und zwar zirkumpolar, also in der Polarregion rund um den Nordpol. Die meisten hocharktischen Eisbären halten sich das ganze Jahr über an den Küsten oder auf dem Meereseis auf, wo sie Robben jagen. Im Sommer halten sich die Eisbären überwiegend an den südlichen Rändern des Treibeises auf und wandern bei Wintereinbruch mit dem zufrierenden Meer südwärts.
Die Hauptverbreitungsgebiete der Eisbären ist auf Spitzbergen und Franz-Joseph-Land, im nördlichen Sibirien, auf der Wrangelinsel und dem westlichen Alaska, im nördlichen Alaska, in Kanada, vor allem auf den arktischen Inseln, aber auch entlang der Hudson Bay und an der Nordküste der Labrador-Halbinsel auf Grönland.


Lebensweise
Im Gegensatz zu anderen Bärenarten halten Eisbären keinen Winterschlaf. Der Winter ist für sie die Zeit optimaler Jagdbedingungen auf Robben. Bei extremen Wetterverhältnissen lassen sie sich einschneien und können so auch starken Eisstürmen trotzen.
Eisbären sind Einzelgänger, davon ausgenommen sind Mütter mit ihren Jungen. An Land wandern Eisbären oft stundenlang über weite Strecken. Eisbären sind hervorragende Schwimmer, obwohl sie üblicherweise nicht im Wasser nach Beute jagen. Sie können schwimmend in der Stunde mehr als 5 Kilometer zurücklegen und als Langstreckenschwimmer Entfernungen von 65 Kilometern und mehr überwinden.


Ernährung
Den Hauptbestandteil ihrer Nahrung sind Robben. Im offenen Wasser sind die Robben kaum zu erlegen. Im Winter bieten sich dagegen auf den Packeisfeldern an Eisspalten beste Jagdbedingungen. Dank ihrem Geruchssinn spüren die Eisbären Robben in mehr als 1 Kilometer Entfernung oder unter 1 Meter dicken Eisschichten auf. Oft wartet er stundenlang bei Atemlöchern bis eine Robbe zum Luftholen nach oben kommt. Mit einem blitzschnellen Zugriff mit Gebiss und Pranken erlegt er seine Beute. Wohlgenährte Eisbären fressen vom frisch erlegten Beutetier nur Haut und Speck, der Rest bleibt liegen. Schwächere Bären oder Polarfüchse, aber auch aasfressende Seevögel machen sich dann darüber her. Viele Polarfüchse haben sich regelrecht darauf spezialisiert, Eisbären zu folgen und deren Nahrungsreste zu konsumieren.
Zum Menueplan der Eisbären gehören auch Vögel, Lemminge, Vogeleier und Fische. Gelegentlich erlegen sie auch Nar- und Weisswale. Kadaver oder sonst von Jägern zurückgelassene Fleischreste werden von den Eisbären vor allem im Sommer, wenn das Nahrungsangebot für sie gering ist.


Fortpflanzung
Die Paarungszeit fällt in die Monate März bis Juni. Die Zeit von der Befruchtung bis zur Geburt beträgt etwa acht Monate. Allerdings kommt es erst Ende August, Anfang September zur Einnistung des Eis und damit zur zwei bis drei Monate dauernden eigentlichen Tragzeit.
Die Geburt der jungen Bären erfolgt dann zwischen November und Januar, also im tiefsten Winter. Trächtige Weibchen halten eine Winterruhe, wozu sie etwa einen Monat vor der Geburt Geburtshöhlen beziehen. Die Mütter verlassen diese Geburtshöhlen erst wieder vier Monate später (im März oder April) mit ihren Jungen.
Der Wurf besteht aus einem bis vier, üblicherweise jedoch zwei etwa kaninchengroßen, bei der Geburt sehr fein behaarten, zunächst noch blinden und tauben Jungen von 400 bis 900 Gramm Gewicht. In den ersten beiden Monaten erreichen sie ein Gewicht von 10 bis 15 Kilogramm, und ihr weisses Fell wird immer dichter. Die Jungen werden 1½ bis 2½ Jahre gesäugt, lernen währenddessen das Jagdverhalten der Mutter und werden schließlich von ihr verlassen. Unter den harten arktischen Lebensbedingungen überleben nur etwa 50% der Jungen diese Anfangsjahre. Eisbären werden mit etwa fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif.


Bedrohungen und Schutz
Schon vor der Eindringung von Europäern jagten die Völker Nordasiens und Nordamerikas Eisbären, insbesondere wegen ihres Fells und Specks. Im 20. Jahrhundert intensivierte sich die Bejagung aufgrund der kommerziellen Nutzung, aber auch zu reinen Vergnügungszwecken. Im Jahr 1973 beschlossen Kanada, die USA, Dänemark für Grönland, Norwegen für Spitzbergen und die Sowjetunion ein Abkommen, die Jagd einzuschränken. Die Eisbärenjagd ist inzwischen bis auf wenige Ausnahmen stark limitiert, sodass die weltweite Population heute auf 20.000 bis 30.000 Tiere geschätzt wird.
In jüngerer Zeit sind allerdings zwei weitere Faktoren für die Bedrohung der Eisbären massgeblich geworden. Zum einen werden die Eisbären als Endkonsumenten der Nahrungskette durch Umweltgifte geschädigt. Zum anderen wird befürchtet, dass die Lebensräume der Eisbären durch die globale Erwärmung generell drastisch zurückgehen.