Sie sind hier:

Pinguine

Kaiserpinguin

Königspinguin

Adéliepinguin

Eselpinguin

Zügelpinguin

Goldschopfpinguin

Felsenpinguin

Magellanpinguin

Afrikanischer Pinguin

Gelbaugenpinguin

Pinguine fotografieren

Robben

Vögel

Wale

Eisberge

Tauchen

Arbeiten in der Kälte

Geschichte der Antarktis

Antarktis Region

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Warum PolarNEWS

PolarNEWS lesen

Impressum

Kontakt

Reisekatalog 2018/19 bestellen

Reisekatalog 2018/19 lesen


Grösse: bis 105 cm
Gewicht: 30 - 40 kg
Lebenserwartung: bis 20 Jahre
Sprache der Kaiserpinguine:
Kaiserpinguine [3'949 KB]


Lebensraum
Der Kaiserpinguin lebt und brütet ausschliesslich am Rand der Antarktis zwischen dem 66. und 78. Breitengrad. In ihrer «ozeanischen Phase» wandern Kaiserpinguine im Bereich des Packeisgürtels. Beim Fischfang können sie unter dem Eis bis zu 450 Meter tief tauchen und mehr als eine Viertelstunde unter Wasser bleiben.


Brutverhalten
Im Alter von 3-6 Jahren pflanzen sich Kaiserpinguine erstmals fort. Es gehört zu den ausgefallensten Kuriositäten der Natur, dass die Kaiserpinguine nicht nur im kältesten Gebiet der Erde, nämlich in der Antarktis, brüten, sondern dies auch noch im Winter statt im Sommer tun. Anfang April wandern die Kaiserpinguine landeinwärts, nachdem sie sich noch unter dem Packeis tauchend satt gefressen haben. Nun beginnt die Paarungszeit und im Mai-Juni, mitten im antarktischen Winter, beginnen sie mit der Brut. Das Kaiserpinguinweibchen legt nur ein weisses Ei, das ca. 450 gr. wiegt. Nach der Ablage übergibt das Weibchen ihr Ei dem Männchen. Die Weibchen verlassen nun die Brutkolonie und kehren ins Meer zurück, um sich für die Ablösung bei der Brutpflege genügend Speck anzulegen und die erste Mahlzeit für die Jungen zu sammeln. Die grossen Distanzen werden meistens auf dem Bauch rutschend zurückgelegt. Der Weg zum Meer kann zu diesem Zeitpunkt mehrere hundert Kilometer betragen.


Während sich die Weibchen mit der Futtersuche beschäftigen brüten die Männchen das Ei in ihrer Bauchfalte, um vor der Kälte zu schützen, aus. Die Kolonie der brütenden Männchen kann von einigen Dutzend bis zu einigen tausend Tiere zählen. Die Kaiserpinguinmännchen verlieren in der zweimonatigen Brut-, bzw. Hungerphase bis zur Hälfte ihres Körpergewichtes. Um sich warm zu halten drängen sich die Tiere in der Brutkolonie eng aneinander und wechseln regelmässig ihre Position, so dass jedes Tier mal am Rand und mal im wärmeren Inneren der Kolonie steht. Es herrscht Polarnacht, die höchstens von etwas Polarlicht aufgehellt wird. Die Temperatur beträgt minus 60-70 Grad Celsius, teilweise fegen fürchterliche Schneestürme über das Eis. Nach mehr als zwei Monaten, genauer nach 64 Tagen, schlüpft das Junge und wird vom Vater fürs erste mit einem ausgewürgten Kropfsekret ernährt. Nun kehrt endlich auch die Mutter zurück, die den langen Landweg zum dritten mal zurückgelegt hat. Die wohlgenährte Mutter, sie hat ca. 3 kg vorverdauten Fisch im Magen, kann das Junge zwei bis drei Wochen lang füttern. Der Vater wandert inzwischen seinerseits mit all den übrigen abgemagerten Männchen zum Meer, um zur Jagd unter dem Packeis zu tauchen.


Jetzt beginnt die Zeit der gemeinsamen Fütterung. Während das eine Elterntier jagt, ist das andere mit dem füttern des Jungen beschäftigt oder auf dem Weg dorthin. So wandert jedes Elterntier ca. 8-mal zum Meer und zurück, sodass das Küken ungefähr 16-mal gefüttert wird. Die Fütterung erfolgt in mehreren Etappen, verteilt auf 2-3 Tage. Im Alter von 5-7 Wochen beginnen sich die Küken im so genannten Kindergarten zu sammeln. Alle Küken stehen dicht beisammen, um sich vor Kälte und Sturm zu schützen. Durch den langen Weg der Eltern zum Meer und zurück können zwischen den einzelnen Fütterungen schon mal 3-4 Tage vergehen. Jetzt zeigt sich der Vorteil ihrer Brutstrategie. Es wird Sommer (November-Januar), das Eis ist aufgebrochen und jetzt wo die Küken viel Nahrung brauchen ist der Weg zum Meer nicht mehr so weit.


Nach etwa sechs Monaten, im Januar, verlassen die jugendlichen Kaiser nach der Mauser die Kolonie, um nach 3-6 Jahren an ihren Geburtsort zurückzukehren um das erste Mal selbst zu brüten.
Die Kaiserpinguine schaffen es mit diesem Rhythmus jedes Jahr zu brüten. Die nächsten Verwandten, die Königspinguine haben nur zwei Brutphasen in drei Jahren.


Energiespar-Weltmeister
Die Pinguine haben in ihrer Unterhaut eine dicke Fettschicht, den Blubber, durch den der Wärmeverlust auf ein Minimum reduziert wird. Was das bedeutet, wird am Beispiel der Kaiserpinguine klar. Wenn sie während des antarktischen Winters brüten, herrschen bei stürmischen Winden Temperaturen von minus 60 Grad Celsius. Aber in ihrem Körper können die Pinguine plus 39 Grad Celsius aufrechterhalten. Der Temperaturunterschied zwischen innen und aussen beträgt also sage und schreibe 100 Grad Celsius. Pinguine sind wahre Energiespar-Weltmeister!


«Ein unheimlicher Sturm tobte über die Kolonie. Bei einer Temperatur von minus 30 Grad Celsius und Windböen von weit über 100 km/h konnte ich nur gelegentlich einige Fotos machen. Beim Filmwechsel gelangten Eiskristalle in das Innere meiner Kamera und wurden mitbelichtet. Hier spürte ich die Kraft der Natur und war beeindruckt wie die Pinguine damit umgehen.»


Heiner Kubny, Polarfotograf


Bericht aus PolarNEWS 1 Meine Expedition zu den Kaiserpinguinen [385 KB]

Bericht aus PolarNEWS 7 - Meister im Umkleiden [204 KB]