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Grösse: bis 50 cm
Gewicht: 2,1 - 3,7 kg
Lebenserwartung: 10 - 12 Jahre
Sprache der afrikanischen Pinguine:
Afrikanische Pinguine [2'856 KB]


Lebensraum
Der afrikanische Pinguin, auch Jackass genannt, ist die einzige in Afrika lebende Pinguinart. Er hat sich auf 24 vorgelagerten Inseln zwischen Namibia und Port Elizabeth angesiedelt. Seine Verbreitung stimmt ungefähr mit dem kalten, nährstoffreichen Benguelastrom überein. Auf dem Festland kennt man nur zwei Kolonien, je eine in Namibia und in Simonstown, am Cap der guten Hoffnung. Die Kolonie in Simonstown wurde 1983 eingerichtet und später durch den "Nationalpark Cape Peninsula" übernommen. Diese Ansiedlung war sehr erfolgreich, zurzeit leben und brüten hier ungefähr 4'000 Pinguine.


Das Brüten auf dem Festland ist ungewöhnlich. Jackass sind Bodenbrüter, d.h. sie graben Höhlen in den zum Teil meterdicken Guano. Da dieses nährstoffreiche Düngemittel im 19. Jahrhundert stark abgebaut wurde, graben sie ihre Nester auch in Sand oder brühten unter Büschen und überhängenden Felsen, sowie in freiem Gelände. Der Hauptgrund des Höhlenbrütens ist der Schutz vor der Sonne und vor Feinden. Sie ziehen es vor alljährlich den gleichen Brutplatz zu verwenden.


Aufzucht

Obwohl das Männchen etwas grösser ist gibt es nur wenige Unterschiede zwischen den männlichen und weiblichen Pinguinen. Mit etwa vier Jahren werden sie geschlechtsreif. Jackass bleiben sich in der Regel lebenslang treu. Sie können ganzjährig brüten und legen in der Regel zwei Eier, die während 40 Tagen ausgebrütet werden. Die geschlüpften Pinguine haben ein braunes Daunenkleid. Je nach Nahrungszufuhr überleben beide Jungtiere. Die jungen Pinguine werden innerhalb 60 - 130 Tagen flügge. Die Elterntiere gehen abwechselnd zum Fischfang und der Nachwuchs wird meist am späteren Nachmittag gefüttert. Die jungen Pinguine verlassen nach ungefähr zwei Monaten erstmals das Nest. Wenn die Eltern nicht genügend Nahrung gefunden haben, kann es auch viel länger dauern.


Nahrungssuche
Afrikanische Pinguine bevorzugen kleine Fische wie Sardellen, Heringe usw. Durch den kommerziellen Fischfang sind sie gezwungen ihr Nahrungsangebot zu ändern und sie jagen nun auch Kalmare und kleinere Krustentiere. Zur Jagd legen sie im Schnitt 30 - 70 Kilometer zurück. In Ausnahmefällen auch mal 130 Kilometer. Durchschnittlich benötigen sie 300 Gramm Fisch am Tag, wenn sie grosse Junge zu versorgen haben oder kurz vor der Mauser bis zu 1 Kilogramm. Während der 3-wöchigen Mauser verlieren sie ungefähr die Hälfte ihres Gewichtes. Zum Fischfang bleiben die Jackass ungefähr 2 ½ Tage im Meer. Während der Tauchdauer von 2 ½ Minuten jagen sie regelmässig in Tiefen bis 30 Meter, in Ausnahmefällen erreichen sie auch Tiefen bis 130 Meter. Obwohl sie an Land unbeholfen und durch Feinde verletzlich sind erreicht der gewandte Schwimmer unter Wasser Geschwindigkeiten von bis zu 20 km/Std.


1983 wurden in Simonstown an der Bouldersbeach ein Paar afrikanische Pinguine ausgesetzt, das 1985 erstmals brütete. Seit damals ist die Kolonie schnell gewachsen, zuerst erhöhte sich der jährliche Zuwachs um bis zu 60%. Bis 1997 zählte man 2'350 erwachsene Vögel. Das schnelle Wachstum der Kolonie ist das Resultat der Zuwanderung, besonders von Dyer Island, sowie durch Geburten. Vermutlich sind die Zuwanderungen durch den grossen Fischreichtum begünstigt worden, da kommerzieller Fischfang in der Bucht verboten ist. Um der Ausbreitung der Kolonie Herr zu werden wurde diese mit einem feinmaschigen Zaun eingegrenzt. Heute zählt die Kolonie ca. 4'000 Pinguine. Da in der Kolonie nicht mehr genügend Brutplätze vorhanden sind verbreiten sich die Pinguine abermals in den menschliche Siedlungen und brüten in Gärten und unter Büschen entlang der Strassen. Viele Hausbesitzer schützen sich ebenfalls durch feinmaschige Drahtzäune.
Obwohl die Stadt Simonstown auf ihre Pinguine sehr stolz ist, waren die nahe gelegenen Bewohner nicht immer glücklich mit ihren gefiederten Nachbarn. Die Pinguine drangen in die Gärten der Häuser ein und zerstörten deren Untergrund. Zudem sind sie meist laut und unordentlich. Ausserdem war die schnelle Zunahme der Touristen auch ein Problem. Im Jahr 2002 zählte man alleine an dem durch den "Nationalpark Cape Peninsula" kontrollierten Kolonie über 220'000 Besucher und 2003 dürften es mehr als 270'000 Touristen sein.


Feinde und Gefahren
In früherer Zeit waren die Pinguineier eine gern gesehene Delikatesse. Heute ist es hauptsächlich der kommerzielle Fischfang und die Ölverschmutzung der Gewässer durch die Schifffahrt rund ums "Cap der guten Hoffnung". Pelzrobben, die ebenfalls nicht mehr genügend Fische fangen, jagen gelegentlich auch Pinguine. Durch den Guano-Abbau finden die Pinguine ausserdem zuwenig geschützte Brutplätze. Auf einigen Inseln besteht die Gefahr durch wilde Katzen. Eier und Jungvögel werden auch Opfer von Raubvögeln. Im 19. Jahrhundert zählte man einige Millionen und 1930 noch über 1 Million Pinguine. Heute schätzt man die Bestände auf ca. 125'000 Vögel. Einzig die Kolonie in Simonstown hat noch Wachstum. Die Anzahl der Pinguine hat sich in den letzten 60 Jahren um 90% verringert. Daraus resultierend wird der afrikanische Pinguin als gefährdete Sorte eingestuft.


SANCCOB
SANCCOB (Southern African Foundation for the Conversation of Coastal Birds) wurde 1984 gegründet und leistet wertvolle Arbeit zur Erhaltung ölverschmutzter Seevögel. 1994 wurden beim sinken eines Tankschiffes ca. 10'000 Vögel verunreinigt, etwa die Hälfte konnte gerettet werden. Viel wurde aus diesem Unglück und anderen Fällen gelernt. Als im Juni 2000 abermals ein Öltanker unterging konnten über 18'000 verölte Pinguine gesäubert, bzw. gerettet werden.
SANCCOB wird weitgehend durch Mitgliederbeiträge und Spenden finanziert. SANCCOB ist weltweit eine der erfolgreichsten Seevogel-Rehabilitationsstation.

Bericht aus PolarNEWS 7 -Meister im Umkleiden [204 KB]