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Heiner Kubny

Das fotografieren am südlichen Ende der Welt stellt besondere Anforderungen an Mensch und Technik. Zum einen ist es in der Subantarktis nicht so kalt, aber dafür herrschen meist «feuchte» Verhältnisse. Zum anderen ist es im Innern des Kontinentes sehr kalt, dafür aber trocken.



Subantarktis
Zur Subantarktis gehören die Inseln entlang der antarktischen Konvergenz, so z.B. South Georgia, die Kerguelen, Macquarie, Heard, etc. Hier sind die fünf subantarktischen Pinguinarten Zuhause. Am eindrücklichsten sind die riesigen Königspinguin-Kolonien auf South Georgia. In den Kolonien ist es sehr laut und es ist ein stetes Kommen und Gehen vom Meer zur Brutstätte. Statistisch gesehen herrschen hier ca. 70% feuchtes Klima. Also besondere Bedingungen für mit Elektronik voll gestopfte Kameras. Zu beachten ist, dass die Kamera nicht mit zuviel Feuchtigkeit in Berührung kommt, da diese sonst ausfallen kann. Weniger Probleme mit solchen Verhältnissen haben so genannte Profi-Kameragehäuse. Diese sind meisst sehr gut gegen Spritzwasser abgedichtet, dafür aber doch wesentlich teurer.


Da die Pinguine zwischen 70 und 100 cm gross sind, also wesentlich kleiner als unsere Stehhöhe, wird am besten kniend oder liegend fotografiert. So erhält das Bild einen Horizont. Im Gegensatz zum antarktischen Festland gibt es hier keine «Kälteprobleme», dafür geht's aber in den Pinguinkolonien sehr schmutzig zu und her.


Wichtig in meiner Tätigkeit sind Tonaufnahmen der Tierstimmen, um diese an unseren Vorträgen oder im Internet dem Publikum zu präsentieren. Bei den stetigen Windverhältnissen nicht immer eine einfache Aufgabe.

Möchte ich mal hören: fotografieren bei den Königpinguinen [4'215 KB]

Oder wir sitzen im Gras und warten manchmal 20 Minuten ohne dass sich etwas tut.



Antarktisches Festland
An den Küsten, auf steinigen Untergrund brüten Adeliepinguine und entlang der Packeisgrenze die Kaiserpinguine. Anders als am Meer ist es im antarktischen Festland sehr kalt (meist -20º bis -50º Cel). Es toben vielfach heftige Stürme mit Windgeschwindigkeiten von 100 km/Std und mehr, bei denen man sich kaum mehr auf den Füssen halten kann. Eine besondere Herausforderung an Mensch und Technik. Ab November bis Januar ist es 24 Stunden hell. Die besten Verhältnisse zum Fotografieren sind zwischen 20 und 05 Uhr. Dann ist das Licht weich und zart, nicht so grell wie am «Tag» und es wirft lange Schatten. Schön ist es einfach flach auf dem Boden zu liegen und den Kaiserpinguinen zuzuschauen. Sie sind sehr neugierig, vor allem die Jungen. Ich glaube sie spüren es: Wir sind eben Freunde. Manchmal kamen die Kaiserpinguine so nah an meine Kamera (Objektiv 17-35 mm), dass ich sie nicht mehr fotografieren konnte. Von weitem sieht man, wie die Elterntiere vom Meer zurückkommen. Oft legen sie einige hundert Kilometer zur Futtersuche zurück.


Besonders wichtig ist es sich vor der Kälte zu schützen. Oftmals fotografierten wir 5-7 Stunden bei extrem niedrigen Temperaturen. Thermounterwäsche und eine mehrschichtige Kleidung hielten uns einigermaßen warm. Die Hände schützten wir mit mehreren übereinander angezogenen Handschuhen. Zuerst zogen wir einen feinen Seidenhandschuh über, damit ein direkter Hautkontakt zum Kameragehäuse vermieden wurde, danach als zweite Schicht bevorzugten wir einen Fingerhandschuh mit abgeschnittenen Fingerkuppen. Am Handrücken befestigt war ein «Überzieher», so konnte aus dem Fingerhandschuh ein Fäustling gemacht werden. Fotografiert wurde mit zurückgeklappten «Überzieher», so hatte man durch die mit dem Seidenhandschuh geschützten Finger guten Bedienungskomfort. Bei heftigem Sturm schützten wir uns zusätzlich mit Gesichtsmaske und Brille vor den herumwirbelnden Eispartikeln. Gegen die «kalten Füsse» haben wir noch kein Rezept gefunden, mit diesem Zustand muss man eben leben! Einziges Hilfsmittel war laufen bis sie wieder warm wurden. Unser Zuhause bei den Kaiserpinguinen am Dawson Lambton Gletscher in der östlichen Weddellsea war ein Zelt in dem ein Schlafsack auf uns wartete.