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Geographie
South Georgia ist sowohl der Name einer einzelnen Insel, als auch die Bezeichnung der gleichnamigen Inselregion. Das Gebiet zählt politisch zum Britischen Überseegebiet «South Georgia und South Sandwich Island», es wird allerdings auch von Argentinien beansprucht. Das Inselgebiet liegt im Südatlantik 1.400 km östlich der Falklandinseln. Es setzt sich aus Inselgruppen um die Hauptinsel South Georgia und dem hiervon 600–800 km südöstlich entfernten South Sandwich Island zusammen. Zum Inselgebiet von South Georgia gehören folgende Inselgruppen und einzelne Inseln: die Hauptinsel South Georgia, die Gruppen der Pickersgillinseln, der Welcomeinseln, der Willisinseln, Annenkov Island, Bird Island, Cooper Island, die Felsansammlungen Clerke Rocks und Shag Rocks. South Georgia gilt auch als «Das Tierparadies im südlichen Atlantik»


Landschaft
Die Hauptinsel South Georgia ist rund 160 Kilometer lang und bis zu 30 Kilometer breit. Sie umfasst eine Fläche von 3.756 km2. An der Ostküste der Insel befindet sich mit Grytviken der Hauptort von South Georgia, der jedoch abgesehen vom Marineoffizier und dessen Frau nur von einigen Forschern am nahe gelegenen King Edward Point bewohnt wird. Im Südsommer kommen noch einige Angestellte des Museums hinzu.
Die gebirgige, zerklüftete und zumeist von Eis bedeckte Landschaft macht den Grossteil der Hauptinsel und der anderen zum Gebiet zählenden Inseln schlecht bewohnbar. Elf Berge South Georgias bringen es auf eine Höhe von über 2.000 m, als höchste Erhebung gilt der Mount Paget mit 2.934 m. Die Insel ist stark vergletschert und die meisten der 160 Gletscher reichen bis ins Meer.


Klima
Die Südküste ist ständig den Westwinden ausgesetzt und deshalb in der Witterung kälter, stürmischer und im Allgemeinen sehr unwirtlich. Die Nordküste liegt im Windschatten der Berge und das Wetter ist sehr viel angenehmer, die Buchten sind ruhiger.
Insgesamt ist das Klima rauh, kühl und feucht. Im Winter (Juni-August) ist der Grossteil der Insel mit Schnee bedeckt. So liegen die Temperaturen im Juli tagsüber knapp über 0°C, nachts ist es frostig. Dazu kommen häufig Schneestürme und tagelanger Nebel. Die Sonne lässt sich während dieser Zeit fast nie blicken. Das Meer friert zwar auch im Winter nicht zu, trotzdem liegen häufig Treibeisfelder in dieser Region.
Im Frühling, der im September beginnt, wird es allmählich milder und die Sonne zeigt sich häufiger, im November sind die Küsten dann überwiegend eisfrei.
Der Sommer ist nur kurz und mit kaum 10°C sehr kühl. Auch zu dieser Jahreszeit kann es nachts Frost geben und sogar gelegentlich schneien. Die Gipfel der Berge im Inneren der Insel sind das ganze Jahr mit Schnee bedeckt. Der Sommer ist auch die regenärmste Zeit des Jahres. Stürme und starke Niederschläge wie im Winter sind aber auch im Sommer häufig, die Sonne zeigt sich meist nur 5-6 Stunden am Tag. Die häufigste Wetterlage im Sommer ist ein Sonne-Wolken-Mix mit gelegentlichen Regenschauern, ähnlich wie auf den Britischen Inseln.
Im Jahr fallen auf South Georgia rund 1500 mm Niederschlag ungefähr 165 Regentagen. Die Sonne lässt sich dagegen durchschnittlich nur an 1200 Stunden im Jahr blicken. Die Wassertemperaturen schwanken zwischen 3 und 6°C.


Flora und Fauna
South Georgia besitzt nur wenig Tundra-Vegetation, es gibt einige Wiesen mit antarktischen Gräsern wie dem Tussockgras, im Sommer auch Blumen und vereinzelte Zwergsträucher. Moose und Flechten sind darüber hinaus auch häufiger zu finden. Für das Wachstum von Bäumen ist das Klima zu rauh.
South Georgia gilt als eines der wichtigsten Brutgebiete der Königspinguine. Schätzungen sagen, dass auf der Insel etwa 400.000 Brutpaare brüten. Der Bestand an Goldschopfpinguinen wird auf 2,7 Millionen Brutpaare, bzw. ca. 5 Millionen Exemplare geschätzt, sie sind damit zahlenmässig die weitverbreitteste Pinguinart auf South Georgia. Im Süden der Insel, in der Cooper Bay, brüten ca. 6000 Brutpaare der Zügelpinguine. Auf South Georgia findet man in verschiedenen Orten auch etwa 150'000 Eselpinguin-Brutpaare.
Auf einigen vorgelagerten Inseln nisten die Wanderalbatrosse. Sie sind die grössten Seevögel mit einer Flügelspannweite von über drei Meter. Ihre Bestände sind in den letzten Jahren durch das so genannte «Longlinefishing» stark dezimiert worden. Auf South Georgia zählt man ca. 4300 Brutpaare. Die Wanderalbatrosse gelten als bedrohte Vogelart.
Des Weiteren stellt Südgeorgien einen wichtigen Lebensraum für Seeelefanten und Seelöwen dar. An vom Menschen während der Zeit des Walfangs im letzten Jahrhundert eingeschleppten Säugetieren kommen noch Rentiere, Ratten und Mäuse vor.
Eine Beobachtungsstation für Seevögel und Robben befindet sich auch auf Bird Island, einer kleinen Insel vor der Nordwestspitze South Georgias.


Geschichte
Wahrscheinlich wurde South Georgia erstmals im April 1675 vom britischen Kaufmann Antoine de la Roché gesichtet. Dieser geriet am Kap Hoorn in schlechtes Wetter und wurde weit vom Kurs abgetrieben. Er entdeckte ein gebirgiges Land mit tiefen Buchten. Diese Beschreibung kann in dieser Gegend nur auf South Georgia zutreffen.
Es dauerte weitere einhundert Jahre, bis der erste Mensch South Georgia betrat. James Cook landete am 17. Januar 1775 an Bord der «HMS Resolution» in einer Bucht, die er kurzerhand Possession Bay nannte. Cook kartographisierte einen Teil der Küstenlinie. Er segelte weiter bis zur Südspitze der Insel, die er Cape Disappointment nannte, weil nun offensichtlich wurde, dass South Georgia nicht der antarktische Kontinent sein konnte, nach dem Cook eigentlich suchte. Auf seiner Reise um die Insel entdeckte Cook auch die South Sandwich Islands. Er nannte sie nach Lord Sandwich, Erster Lord der Admiralität.
Cook erwähnte in seinen Berichten, dass es in South Georgia und seinen Gewässern reiche Vorkommen an Robben gibt. Dies führte 1786 zum Beginn der Robbenjagd, die bis 1909 andauerte und fast zur Ausrottung dieser Tiere führte. Im Jahr 1904 gründete der Norweger Carl Anton Larsen die Walfangstation Grytviken. Von 1904 bis 1965 wurden in South Georgia insgesamt 175.250 Wale erlegt und verarbeitet. Überbleibsel der Walfangindustrie sind heute noch an einigen Stellen der Insel zu besichtigen und stehen teilweise unter Denkmalschutz.
Die erste unfreiwillige Erkundung des Landesinneren machte Sir Ernest Henry Shackleton 1916, als er bei einer Rettungsaktion ohne Karte zusammen mit zwei Gefährten von der King Haakon Bay aus die bergige Insel durchqueren musste. Die erste wissenschaftliche Expedition zur Erkundung der Insel fand 1928 statt, als der Deutsche Ludwig Kohl-Larsen zusammen mit seiner Frau und dem Kameramann Albert Benitz die Insel besuchte.
Ab 1925 erhob Argentinien Ansprüche auf South Georgia und die South Sandwich Islands, die es während des Falklandkrieges 1982 durchzusetzen versuchte. Südgeorgien geriet damals kurzzeitig unter argentinische Besatzung, der Hauptkonflikt spielte sich aber auf den Falklandinseln ab. Am 25. April 1982 wurden die Inseln von den britischen Seestreitkräften zurück erobert. Ein daraufhin am King Edward Point errichteter Truppenstandort wurde 2001 wieder aufgelöst, um dann Platz für ein Forschungsteam zu machen.


Bevölkerung
Grytviken, der einzige Ort auf South Georgia, beherbergt lediglich einige Forscher der «British Antarctic Survey» in einer nahe gelegenen Station am King Edward Point. Die einzigen ständig dort wohnenden Einwohner sind der Marineoffizier mit seiner Frau. Gelegentlich machen dort während der Südsommerzeit vom November bis März Touristenschiffe halt, um Ernest Shackletons Grab oder das kleine Museum zu besichtigen, das früher Teil der Walfangstation war. Eine zweite Forschungsstation befindet sich auf Bird Island.


Politik
Das Überseeterritorium wird vom Gouverneur der Falklandinseln als Kommissar verwaltet, der als Vertreter der britischen Königin und Regierung fungiert. Für die Verteidigung ist das Vereinigte Königreich zuständig. Das Rechtssystem basiert auf dem englischen Common Law, eine gültige Verfassung existiert seit dem 3. Oktober 1985.
Der Gouverneur der Falklandinseln entsendet zudem einen Marineoffizier als Vertreter auf die Insel, der Aufgaben vor Ort übernimmt.


Walfang
Von Anfang des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts diente South Georgia vornehmlich Robben- und Walfängern als Landstützpunkt. In dieser Zeit wurden folgende Orte gegründet und wieder verlassen:

Grytviken (1904–1965)
Stromness (1907-1931)
Husvik (1907–1960, nicht genutzt von 1930–1945)
Godthul (1908–1929)
Ocean Harbour (1909–1920)
Leith Harbour (1909–1965)
Prince Olav Harbour (1911-1934)




Offizielle Website von South Georgia


Bericht aus PolarNEWS 2
South Georgia [346 KB] - Tierparadies im südlichen Atlantik

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